SCHISCHYPHUSCH ⋅ Oder der Kellner meines Onkels.
Wolfgang Borchert


[…] Es ist ein selten heiteres, aber deswegen nicht minder tiefsinniges Werk Wolfgang Borcherts […] Sein „Schischyphusch“ jedenfalls überstrahlt so manches als ein wunderbar anrührendes, subtil psy­chologi­sie­ren­des Minidrama im Kleid einer Erzählung. Klischats Aufführung ließ auf mitreißende Art spüren, wie sehr Wolfgang Borchert, auch wenn er schrieb, als Schauspieler fühlte. Was Verletzungen waren, das muss­te er zum Ende seines nur 26 Jahre währenden Lebens im Krieg leidvoll erfahren. Zwei mit tiefen Wunden. Auch sein „Schischyphusch“ handelt von zweien mit tiefen Wunden, von zweien, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Da der bärige Onkel, Weltkriegsteilnehmer, von donnernder Gestalt. Dort der blasse, fahrige, seinem Schicksal servil ergebene Kellner. Dass beide lispeln, missdeuten sie gegenseitig als Verhöhnung und liegen sich schließlich, als der Irrtum erkannt, schluchzend in den Armen. Christian Klischat geht in dieser schicksalhaften Gartenlokal-Begegnung mit Leib und Seele auf. Transparent im Erzählton, gibt er den Onkel und das Kellnerchen in allen Nuancen, lässt sie brodeln, zittern, schluchzen, in Rührung zerfließen, vor ihrer eigenen Offenheit erschrecken und doch schließlich zur Verbrüderung zurückfinden. Es war ein „Schischyphusch“ mit all seiner tragikomischen Explosionsgefahr, mit allen Farben und ganzer Tiefe – Bravissimo! […] (10.7.2014, NORDBAYERN, hd)

[…] Christian Klischat […] tritt […] mit „Schischyphusch oder Der Kellner meines Onkels“ eine wahre Welle der Begeisterung los. In die tragikomische, meisterhafte Erzählung Wolfgang Borcherts schlüpft Klischat wie in einen Maßanzug. Wechselnd springt er in die Rollen der zwei Lispler, die sich gegenseitig verspottet fühlen. Volltönend lässt Klischat den Bass des bärisch-bulligen Onkels erschallen. Dann wieder mimt er den am ganzen Körper, bis in die sparsame Unterlippe zitternden Kellner, der sich dem großen Onkel ausgeliefert fühlt. Anders als der Onkel wurde dem Kellner das Lispeln zur lebenslangen, erniedrigenden Fessel. Doch Ende gut, alles gut: der bärbeißige Onkel wird schließlich von einer Welle des Mitgefühls übermannt und das arme kleine Luder, dieser „Sischyphusch“, rührt ihn gar zu Tränen. Christian Klischat […] kann in dieser anrührend-kauzigen Geschichte seinem Affen so richtig Zucker geben und mit sympathischem Grübchenlächeln punkten […] (9.3.2005, PNN, Heidi Jäger)

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Kritiken

Nordbayern   PNN

Regie

ANDREAS MACH ( u.a. Deutsches Theater Berlin, Maxim Gorki Theater Berlin, Staatstheater Wiesbaden)

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